Neptunbrunnen

 Quelle:  Stadt Offenburg

In einer mit gotischen Astwerk verzierten Achteckschale steht in der Mitte der Brunnenstock, im unteren Stück eine Arbeit des 19. Jahrhunderts, darüber der ältere Teil mit Maßwerk und Kielbogen. Auf der Säule erhebt sich die Figur des Neptun. Der nackte, nur leicht geschützte Wassergott stemmt die Rechte in die Hüfte, der linke Fuß ruht in ein wenig gehobener Stellung auf dem Kopfe eines Delphins. Die linke Hand hält den Schild und zugleich den mächtigen Dreizack. Die Gestalt besitzt eine etwas verdrehte Haltung, die zur Zeit seiner Gestaltung, dem Jahre 1783, beliebt war. Die brüchig gewordene alte Brunnenfigur stammt von Johann Speckert, dem Schöpfer von Kanzel und Chorgestühl in der Kreuzkirche und steht heute im Lapidarium. Die jetzige Statue ist eine Nachbildung.

Den Vorschlag, auf dem schönen Platz zwischen Einhorn-Apotheke und Beck'schem Haus einen Brunnen zu errichten, machte Speckert selbst. Er legte dem Offenburger Rat die Zeichnung der achteckigen Brunnenschale mit einem Brunnenstock in der Mitte vor und überließ den Herren vom Rat die Wahl des Motivs. Der wünschte sich Neptun:

"Solle auf den Stock der Wassergott Neptun von dem Speckert in einer Größe von 5 1/2 Schuh (1 Schuh = 31 cm) um den Wert zu 24 Gulden, sofern diese Statua gut ausfällt, hergestellt, von Stadt wegen aber der Stein angeschafft, werden." (Ratsprotokoll vom 14. Juni 1783, Nr. 509)

Nachdem der Bildhauer einige Befürchtungen, die Brunnensäule sei zu hoch und könne vom Wind umgeworfen werden, beseitigt hatte, durfte er die Skulptur gegen Rechnung von 61 Gulden und 6 Kreuzer anfertigen.