Neuere Geschichte

 Quelle:  Christoph Lötsch

Nach der Aufhebung des Klosters stand die Kirche dem Gymnasium zur Verfügung. 1847-1864 benutzte die junge evangelische und 1874 die 1870 entstandene altkatholische Gemeinde das Gotteshaus mit.

 

Das seit 1822 im Klosterbau untergebrachte Progymnasium wurde 1881/82 zu einem vollständigen neunklassigen Gymnasium erweitert. Da die alten Räumlichkeiten zu klein waren, schuf man 1898 unmittelbar daneben einen Neubau.

 

In den Jahren nach 1901 dienten die Räume des Kapuzinerklosters verschiedenen, obengenannten Zwecken. Heute steht es wieder dem Grimmelshausengymnasium zur Verfügung.

 

1927 gründeten die Kapuziner das Kloster St. Fidelis an der Bühler Straße, das ursprünglich als Kloster mit Noviziat und Klerikat (Studienhaus für Philosophie und Theologie) geplant war. Doch ließ sich dies wegen den hohen finanziellen Belastungen nicht verwirklichen. Anstelle der geplanten sechs Trakte wurde nur ein Raum mit einer Kapelle gebaut, das "Klösterle", wie es die Offenburger von Anfang an nannten.

 

Als Seelsorgekloster mit großem Aushilfebezirk und Pfarrkloster ab 1941 betreute es zahlreiche Menschen. 1963 konnte der längst notwendige Neubau, eine Stahlkonstruktion, eingeweiht werden. Der 41 Meter hohe Turm steht als Kampanile neben der Kirche. Die sehr modern arbeitenden Kapuzinerpatres übernahmen 1970 auch die seelsorgerische Betreuung der Pfarreien in Bühl und -seit 1973- Griesheim, ohne dass die Pfarreien ihre Selbstständigkeit verloren.

 

Im Oktober 2002 wurde der Konvent der Kapuziner im Klösterle wegen der Personalstruktur im Orden und wegen fehlendem Nachwuchs nach 75 Jahren aufgelöst.