Plätze in Offenburg

Marktplatz
 Quelle:  Foto: Heinzmann

 

Der heutige Marktplatz entstand als Freifläche erst nach dem zweiten Weltkrieg aus Gartengrundstücken und durch Gebäudeabbrüche. Diese Freifläche wurde dann lange als öffentlicher Parkplatz genutzt.


Im Rahmen der Altstadtsanierung wurde durch das Stadtplanungsamt ein städtebauliches Konzept zur Aufwertung dieses Bereichs entwickelt, das den Bau einer Tiefgarage und einer Bebauung auf der Südseite sowie die Neugestaltung der Freifläche als städtischen Platz vorsah. Aus dem städtebaulichen Konzept wurde der Bebauungsplan „Rathaus/Neuer Marktplatz" entwickelt, der im Jahr 2003 durch den Gemeinderat beschlossen wurde.


In der Zwischenzeit wurde im Auftrag der Technischen Betriebe Offenburg die neue Tiefgarage errichtet.


Der auf der Tiefgarage neu entstandene Platz wurde nach dem Entwurf des Planungsbüros Henne + Korn, Freiburg, mit Granitplatten und – nach einer Initiative aus dem Gemeinderat – mit einem Brunnen gestaltet. Der neue Marktplatz konnte im Jahr 2006 endgültig der Öffentlichkeit übergeben werden.


Als südlicher Abschluss des Platzes wurde auf einem zuvor städtischen Grundstück durch einen privaten Investor das Büro- und Geschäftshaus „Marktcenter" errichtet. Östlich angrenzende frühere städtische Verwaltungsgebäude wurden nach Verkauf durch die neuen Eigentümer renoviert und neuen Nutzungen zugeführt.


Über dem südlichen Ein- und Ausfahrtsbauwerk der Tiefgarage ließ ein privater Bauherr durch Schaudt Architekten, Konstanz, ein mehrgeschossiges Wohnhaus errichten, das in ungewöhnlicher Weise auch diesen Raum noch einer Nutzung zuführt.


Erst nach Beginn der Umsetzung der Planungen für den neuen Marktplatz fiel die Entscheidung, dass auch das „Keilbach"-Gebäude, ein Modehaus am Ostrand des Platzes, durch seinen Eigentümer abgebrochen und neu errichtet werden wird. Durch diese Maßnahmen präsentiert sich der „Neue Marktplatz" heute rundherum erneuert und dient auch für Festveranstaltungen in der Innenstadt und den Weihnachtsmarkt.

Alter Marktplatz - Platz der ehemaligen "Allee"
 Quelle:  Foto: Heinzmann
 
Heute kann man sich nur noch schwer vorstellen, dass hier einmal ein kleiner Wald, bestehend aus 52 Lindenbäumen, einen beliebten Ruheplatz für die Offenburger darstellte. Im März 1892 wurde an die "Allee" die Axt angelegt. Erst nach der Einweihung des Kriegerdenkmals kamen wieder Bäume an diese Stelle, wenn auch nicht so zahlreich und so dicht wie früher.
 
Zuvor befanden sich auf dem Platz die "Laube" (Kaufhaus) und die "Pfalz" (Wirtschaft), die noch nach der Zerstörung beim Großen Stadtbrand von 1689 bis zu ihrem Abbruch 1784-1789 als Ruinen gestanden hatten.
Das damals freiwerdende Material diente zum Bau des Rathauses und des Salzhauses. Vieles spricht dafür, dass "Laube" und "Pfalz" vor der Zerstörung in einem Haus, einem gewaltigen Bau aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts, zusammengefasst waren.
 
Mit den Pagoden und den Straßencafés ist dieser Platz mitten in der Hauptstraße zentraler Treffpunkt in der Innenstadt.
Rathausplatz
 Quelle:  Foto: Heinzmann
 
1848/49 war er Schauplatz zweier demokratischer Versammlungen. Nach der Niederschlagung des Heckeraufstands beschloss Bürgermeister Rée mit dem Gemeinderat am 19. April 1848 die sog. Offenburger Erklärung, um eine militärische Besetzung der Stadt zu verhindern. Ca. 20.000 Menschen versammelten sich am 19. April 1848 auf dem mit Fahnen geschmückten Platz und verfolgten die Reden von Struve und Hecker vom Rathausbalkon. Aus Furcht vor Krieg und sozialen Umwälzungen rief man jedoch nicht die Revolution aus.

1849 versammelten sich hier ca. 35.000-40.000 Bürger, um Amand Goegg zuzuhören. Die Demonstranten beschlossen ein 16 Punkte Programm, u.a. die unbedingte Anerkennung der Reichsverfassung, falls nötig mit Waffengewalt und die Bildung einer noch immer großherzoglichen Regierung unter Lorenz Brentano. Danach zogen die Beauftragten der Landesversammlung in Karlsruhe ein. Die Revolution begann.

 

150 Jahre später fand 1997 in Erinnerung an die  Badische Revolution hier und in der Innenstadt das "Offenburger Freiheitsfest" statt. Mit über 100.000 Besuchern war es das größte Fest in Offenburg.

 

Heute finden auf dem Rathausplatz das ganze Jahr die verschiedensten Veranstaltungen statt - vom Narrentag bis hin zum Weinfest.

Lindenplatz
 Quelle:  Foto: Heinzmann
 
Der Lindenplatz, ist sei jeher einer der beliebtesten Treffpunkte in Offenburg. Zusammen mit der Steinstraße war er der erste Teil der 1979 eröffneten Fußgängerzone.
 
Früher hieß der Lindenplatz Wetteplatz (Wasserplatz zur Viehtränke, zur Wäsche, zum Schöpfen, fürs Feuerlöschen).
Zwischen 1824 und 1846 wurden die drei Stadttore (Kinzigtor, Schwabhauser Tor und Neutor) abgetragen und der Befestigungsgürtel (Stadtmauer) beim Grimmelshausen-Gymnasium, am Lindenplatz und an der Wasserstraße durchbrochen.
 
Durch die Stadtmauer floss Waldbachwasser über den Platz, durch die Lange Straße nach Norden in die Klostergasse und verließ die Stadt am Badstubenturm (an der Stadtmauer bei der Wasserstraße). Später teilte sich der Bachlauf an der "Wette" in drei Arme und durchlief neben beiden Teilen der Lange Straße auch noch die Steinstraße bis zum Fischmarkt.
Solche Wasserrinnen waren für vieles nützlich: als Kinderspielplatz, Waschplatz und auch für die Brandbekämpfung.
 
Auf dem Lindenplatz standen lange Jahre winzige Häuser, die kurz nach dem Brand von 1689 entstanden waren. Diese Häuser waren so klein, dass sie nur aus einem Raum mit Dach bestanden.
 
In der Platzmitte steht der Narrenbrunnen, gestaltet von Willi Dorn, St. Georgen (am 17. Januar 1964 eingeweiht), bei dem der alte Brunnenrand in die Gestaltung mit einbezogen ist.
 
Die größte Umgestaltung des Lindenplatzes und des gesamten Altstadtviertels zwischen Platz und Kloster Unserer lieben Frau erfolgte durch den Bau des Kaufhauses Hertie (Eröffnung am 1. September 1977), heute Karstadt.
 
Der 1975 freigegebene Neubau der Zauberflöt-Brücke ersetzte die veraltete, 1910 entstandene Brücke.
 
 
 
Friedrichplatz
 Quelle:  Foto: Heinzmann
 
Der Friedrichplatz verbindet als repräsentative Platzanlage das östliche Stadtgebiet mit der Altstadt. Hier befand sich früher, ab 1830, der zweite Offenburger Friedhof (der erste Friedhof lag am Ölberg). Als 1869-1870 die damalige Mädchenvolksschule (später Anne-Frank-Schule - heute Technisches Rathaus) entstand, musste er verlegt werden.
 
1878 errichteten die Offenburger an der neu geschaffenen Turnhallestraße die erste städtische Turnhalle und 1897 die Knabenvolksschule (heute Georg-Monsch-Schule). Später wurde der Platz über die Friedrichstraße hinweg erweitert.
Von 1906 - 1908 erfolgte der Bau der Dreifaltigkeitskirche, deren mächtiges Bauvolumen wesentlich das Gesamtbild des Platzes prägt.
Seine Funktionen lassen sich im Wesentlichen von den Gebäuden ableiten, die auf ihm stehen. So dient er heute, bereichert durch einen alten Baumbestand, vor allem als Kirchplatz, als Pausenhof der Schule sowie als Erholungs- und Freizeitfläche für die Bevölkerung. 
Augustaplatz
 Quelle:  Foto: Heinzmann
 
Ein Kleinod der Oststadt
Um 1906 entstand im Zuge der Oststadt-Erweiterung der Augustaplatz. Er liegt zwischen Augustastraße und Hindenburgstraße, die hier versetzt in die Hildastraße einmünden. Nach Umgestaltung im Rahmen der Wohnumfeldverbesserung ist das Befahren von der Augustastraße in die Hindenburgstraße nicht mehr möglich.
Ursprünglich war der Platz ein von Bäumen eingerahmter Viertelkreis. Bei der Neugestaltung des Augustaplatzes wurde das ursprüngliche Motiv für die Platzform wieder aufgenommen und ein Brunnen installiert.
Schillerplatz
 Quelle:  Foto: Heinzmann
 
Der Schillerplatz entstand in seiner heutigen Form 1899 als wichtiger Bestandteil der damaligen östlichen Stadterweiterung - im Kreuzungspunkt zweier Randstraßen der Oststadt (Hildastraße und Luisenstraße) und zweier Erschließungsstraßen (Sofienstraße und Schillerstraße) sowie in Ost-West-Richtung von der Straße nach Zell-Weierbach durchkreuzt (Zeller Straße).
Der kreisrunde Platz mit Rondell in der Mitte und seinen sechs Straßenöffnungen ist heute ein wichtiger Verkehrsverteiler in der Oststadt.
 
Die Bauten des Schillerplatzes entstanden zwischen 1900 und 1906, mit Ausnahme der Oberrealschule (heute Schiller-Gymnasium), die später errichtet wurde. Alle Gebäudefronten beziehen sich auf die Platzmitte, wodurch reizvolle gestalterische Zusammenhänge zwischen dem Platz und der Bebauung spürbar werden.
Das Ensemble des Schillerplatzes bildet durch die Gebäude einen sehenswerten Ort innerhalb der Oststadt.
 
Josef-Kohler-Platz

 Quelle:  Foto: Heinzmann

 

Das Galgenfeld gehört mit zu den größten noch erhaltenen Gartenstädten in Deutschland. Heute steht das gesamte Ensemble unter Denkmalschutz.

Wenn man durch die Offenburger Gartenstadt fährt oder geht, sieht man auch sofort warum. Hier steht ein Stück Offenburger Geschichte mit wunderschönen Häusern, verzierten Fassaden, Gärten und natürlich dem Josef-Kohler-Platz samt Brunnen, der der Stadt gehört – damals ein Geschenk der Baugenossenschaft! 

Übrigens: ein cleverer Schachzug des damaligen Vorstands Josef Homm, den Brunnen zu verschenken. Damit war die Baugenossenschaft nicht für dessen Unterhalt und Pflege verantwortlich. Dies war Sache der Stadt, die sich heute gemeinsam mit der Bürgergemeinschaft Nord-Ost um den schönen Brunnen kümmert.

Benannt wurde der Platz nach Josef Kohler (geb. 9. März 1849 in Offenburg). Der bekannte Jurist starb am 3. August 1919 in Charlottenburg. 

Platz der Verfassungsfreunde - Kulturforum
 Quelle:  Foto: Heinzmann
 
Was zu Zeiten der französischen Garnison noch versiegelte Fläche war, ist heute eine grüne Lunge der Stadt. Aus dem ehemaligen Exerzierplatz der Ihlenfeld-Kaserne ist der "Platz der Verfassungsfreunde" geworden, ein Sauerstofflieferant für die Oststadt.
Eine Baumreihe sowie das Pflasterband im Bodenbelag  verbinden den öffentlichen Teil mit dem Wohngebiet im Süden. Die große freie Spiel- und Festwiese schafft Platz für Ball- und Bewegungsspiele. Entstanden ist auch ein "Wiesensee", eine Fläche, die um 30 Zentimater tiefer liegt als das übrige Gelände und über die ein Holzsteg führt.
 
Die Zone bei den Häusern ist gekennzeichnet durch ein Dreieck mit Kleinkinderspielplatz und Pavillon. Schmale Trampelpfade schlängeln sich durch Hartriegel-Büsche sowie Tulpen- und Narzissenbeete im Frühling.
 
Dazwischen verläuft im Zickzack der Diagonalweg. Eine zwei Meter hohe Bodenmodellierung entlang des Weges unterstreicht die Trennung zwischen Intensiv- und Extensivflächen. Von einer Plattform aus bietet sich ein schöner Ausblick auf den Platz. Den Schnittpunkt der beiden Hauptachsen des Kulturforums bildet die Borofsky-Skulptur.
Rabenplatz
 Quelle:  Stadt Offenburg
"Die sieben Raben"
 

Oberbürgermeisterin Edith Schreiner enthüllte mit den beiden Kunstschmieden Wolfgang Holzhauer und Michael Unterschütz im Oktober 2008 das neue Kunstwerk "Die sieben Raben", das nach einen Entwurf von Rudolf Unterschütz angefertigt wurde.

Die Skulptur steht am Eingang des 1200 Quadratmeter großen Areals. Rudolf Unterschütz gestaltete das neue Wahrzeichen, das ein junges Mädchen, von sieben Raben umflattert, zeigt. Im gleichnamigen Märchen der Brüder Grimm werden sieben Brüder in die schwarzen Vögel verwandelt, und die Schwester macht sich auf den Weg, die Knaben zu erlösen.

 

Warum der Rabenplatz nach den großen Krähenvögeln benannt wurde, konnte nicht geklärt werden. Sicher ist,

dass er 1954 bei der Entstehung des Stadtteils angelegt wurde und das erste Geschäftsviertel im südlichen Albersbösch bildete – mit einem Lebensmittelladen und einer Zahnarztpraxis, einer Post, einer Reinigung, einem Friseur, einer Gaststätte sowie einer Metzgerei und Bäckerei.

 

2012 konnte der Stadtteil Albersbösch sein 60-jähriges Bestehen feiern.  Mit den ersten Baumaßnahmen westlich der Kinzig wurde 1952 begonnen. Damit setzte die flächenmäßige Ausweitung der Stadt ein. Der erste Bauabschnitt zwischen Bahnkörper und Schutterwälder Straße umfasste rund 140 Wohnungen und eine Reihenhausbebauung mit etwa 80 Wohneinheiten. Der weitere Ausbau der Siedlung mit Mehrfamilienhäusern ging dann zügig voran. 1954 erfolgte die Einweihung der Eichendorff-Schule.

 

MehrLiN-Platz
 Quelle:  Foto: Heinzmann

 

MehrLiN steht für Mehr Lebensqualität in Nordwest.
Und diese Lebensqualität ist mittlerweile an allen Ecken sichtbar und spürbar. Zu nennen sind insbesondere

• das umgestaltete Schulareal mit dem Charakter eines Stadtteilparks,
• das moderne Stadtteil- und Familienzentrum,
• die Neubauten im Fidelis-Park, in der Gaswerk- und Poststraße sowie im Pfählerpark,
• annähernd 100 schön renovierte Privathäuser,
• neu gestaltete Straßenzüge
• und natürlich dieser Platz im Herzen des Stadtteils. 


Die Namensgebung "MehrLiN-Platz" erfolgte auf ausdrücklichen Wunsch der Bürger/innen aus der Nordweststadt, um diesen Begriff im Stadtteil sichtbar zu verankern.