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Plauen und Rözen

 Quelle:  Stadt Offenburg
Hanf und Flachs waren bedeutende Kulturpflanzen in der Ortenau. Aus den Fasern wurden Leinen und Seile gemacht, aus den Samen Speise- und Brennöle gewonnen. Wo Hanf verarbeitet wurde, standen daher meist auch Ölmühlen.

Schon 1504 bestätigte Kaiser Maximilian der Stadt Offenburg die Wasserrechte an "Plaueln, Gerbhäusern, Walken, Schleif- und Papiermühlen". Und noch 1833 lagen hier, westlich des Mühlbachs, die "Hanfrözen": in künstlichen Vertiefungen wurde der Hanf längere Zeit eingeweicht. Das benötigte Wasser kam über eine Schlitz (Schleuse) aus dem Mühlbach. Die einsetzende Fäulnis verursachte einen üblen Geruch, die Rözen lagen daher stets draußen vor den Städten.

In "Plaueln" wurde anschließend die restliche Rinde entfernt und die Fasern weichgeklopft. Plaueln lagen an Bächen und ihre Wasserräder trieben Hämmer und Stampfen an, die mit Getöse auf den ausgelegten Hanf fielen. Auch in Offenburg gab es einen "Plauelbach", an dem sich diese Anlagen konzentrierten: den Mühlbach.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts konnte der badische Hanfbau nicht mehr mit dem ausländischen konkurrieren. Auch die traditionsreiche Hanfverarbeitung Offenburgs war davon betroffen. Die Plaueln gingen entweder ein oder aber sie wurden mit ihren Wasserkraftanlagen zum Grundstock neuer Fabriken

Bis 1935 arbeitete aber noch die "Hanfseilerei Österle" am Kestendamm, in der Nähe der Hanfröze.
 
 Quelle:  Stadt Offenburg