Preisträgerinnen 2012

Hauptpreisträgerin: Christina Viragh

Die ungarisch-schweizerische Schriftstellerin und Übersetzerin wurde am 23. Januar 1953 in Budapest geboren. Christina Viragh musste 1956 mit ihrer Familie ihre ungarische Heimat verlassen und zog 1960 nach Luzern um, wo sie auch aufwuchs.

Sie absolvierte ein Studium der Philosophie, des Französischen und der Deutschen Literatur an der Universität Lausanne. Von 1985 bis 1987 arbeitete Christina Viragh als Teaching Assistant für Französisch an der University of Manitoba in Winnipeg (Kanada).

Sie übersetzt aus dem Ungarischen und Französischen ins Deutsche. Sie ist seit 1999 korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt. Christina Viragh lebt und arbeitet heute in Rom.

Wichtigster übersetzter ungarischer Autor/Autorin der Hauptpreisträgerin: unter anderem Péter Nádas, Sándor Márai, Imre Kertész und Henri Alain-Fournier).

Im März hat Christina Viragh den Übersetzerpreis der Buchmesse Leipzig erhalten.

Förderpreisträgerin: Agnes Relle

Geboren 1959 in Stuttgart als Tochter ungarischer Eltern, die drei Jahre zuvor aus ihrem Heimatland geflohen waren. Agnes Relle studierte Französisch, Kunstgeschichte und Germanistik in Paris und München.

1987 Umzug nach Budapest, wo sie am Institut für Germanistik der Eötvös-Lóránd-Universität und am neu eröffneten Goethe-Institut lehrte.

1992 Rückkehr nach München, seither Übersetzerin ungarischer Gegenwartsliteratur für deutsche Verlage, z.B. László Darvasi: »Das traurigste Orchester der Welt« (Rowohlt Berlin 1995), Imre Kertész: »Das Fiasko« (Rowohlt Berlin 1999), László Márton: »Schattige Hauptstraße« (Zsolnay 2003), Attila Bartis: »Die Ruhe« (Suhrkamp 2005).

Unter dem Titel »Bestiarium Hungariae« veröffentlichte sie 1999 in der Zeitschrift »die horen« einen Band über das aktuelle literarische Leben in Ungarn.

2006 war sie für den Übersetzerpreis der Buchmesse Leipzig nominiert. Agnes Relle hat auch die Texte von Noémi Kiss übersetzt.