Rahmenplan Nordweststadt

In der Nordweststadt wird seit mehreren Jahren mit Förderung aus dem Bund-Länder-Programm eine Sanierungsmaßnahme durchgeführt. Als Grundlage hierfür wurden im Rahmen einer vorbereitenden Untersuchung städtebauliche Defizite im Stadtteil ermittelt. Anschließend wurden gemeinsam mit der Bürgerschaft Sanierungsziele für einzelne Bereiche entwickelt.

Auf der Grundlage der vorliegenden Untersuchungen wurde im Jahr 2009 in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Voegele+Gerhardt der Rahmenplan Nordwest als städtebauliches Gesamtkonzept für den Stadtteil entwickelt.

Das beauftragte Stadtplanungsbüro hat zunächst eine Bestandsanalyse erstellt, aus der Stärken, Schwächen und Bereiche mit besonderem Handlungsbedarf erkennbar gemacht werden. Aufgrund des großen Bearbeitungsgebiets wurde für die Rahmenplankonzeption die Einteilung und Betrachtung von räumlichen Bereichen mit Handlungsbedarf, sog. "Handlungsfeldern" gewählt. Die Festlegung einzelner Handlungsfelder ermöglicht die Erfassung von zusammengehörigen Nutzungseinheiten, die Charakterisierung ihrer städtebaulichen Bedeutung und die Herausarbeitung gezielter Maßnahmen zur Stärkung ihres Profils.

Der eigentliche Rahmenplan im Maßstab 1:2000 enthält die flächendeckende Darstellung der städtebaulich wünschenswerten baulich-räumlichen Entwicklung des Stadtteils. Die Ergebnisse aus der Rahmenplankonzeption sind eingeflossen. Die Festlegungen des Rahmenplans beziehen sich auf die Dichte und Struktur der Bauflächen, wie z.B. die verträgliche Geschossigkeit, die künftige Überbauung der Grundstücksflächen und die Freihaltung von Grün- und Freiflächen. Außerdem erfolgt eine Gegenüberstellung der vorhandenen und der empfohlenen künftigen Nutzungsarten.

Dabei wird auch auf die Festsetzungen und den erforderlichen Änderungsbedarf bestehender rechtskräftiger Bebauungspläne hingewiesen. Eine kurze Erläuterung zu jedem einzelnen Quartier fasst die Empfehlungen des Rahmenplans zur Umsetzung der stadtplanerischen Ziele stichwortartig zusammen.

Die Darstellungen des Plans sind bewusst unscharf und schematisch gehalten, um zu verdeutlichen, dass für die Entwicklung nur ein grober Rahmen vorgegeben werden soll. Eine metergenaue Umsetzung durch künftige Bauvorhaben wird nicht erwartet, vielmehr gibt der Plan eine zusätzliche Beurteilungsgrundlage für die Übereinstimmung eines Vorhabens mit den städtebaulichen Sanierungszielen im sanierungsrechtlichen Genehmigungsverfahren. Denn im Sanierungsgebiet ist die Zulässigkeit von Bauvorhaben daran geknüpft, dass sie den Sanierungszielen nicht widersprechen.

Wichtig ist auch die Langfristigkeit der Zielrichtung des Rahmenplans, sie soll über den Zeitraum der Sanierungsförderung hinaus gültig bleiben.

Den dritten Teil bilden Planungen zu ausgesuchten Teilbereichen mit besonders dringendem baulichen Handlungsbedarf, für die in größerem Maßstab städtebauliche Testplanungen zur künftigen Nutzung und Bebauung erarbeitet wurden. Die 4 Teilbereiche, die näher untersucht wurden, liegen im Bahnhofsviertel und im Zentrum der Nordweststadt: das Gelände der ehemaligen Herdfabrik an der Lihlstraße, das Gelände der früheren Waldorfschule (sog. „Amendgelände“) Rheinstraße/Ecke Okenstraße, sowie die Baublöcke an der Hauptstraße gegenüber des Bahnhofs: Rheinstraße/Okenstraße/Franz-Volk-Straße und Franz-Volk-Straße/Okenstraße/Straßburger Straße (u.a. „Gewerkschaftshaus“). Alle 4 Teilbereiche weisen eine dem Standort nicht mehr voll entsprechende Nutzung auf bzw. bergen Entwicklungspotenziale, die zur Aufwertung des gesamten Umfelds eingesetzt werden könnten.

Diese Planungen sollen insbesondere den privaten Eigentümern der betroffenen Grundstücke aufzeigen, wie dort eine sinnvolle Bebauung aussehen könnte und als Grundlage für weitere Gespräche dienen. Auch für die Aufstellung von Bebauungsplänen können sie herangezogen werden. Da sich die Grundstücke der Teilbereiche nicht in städtischem Eigentum befinden, sind zum heutigen Zeitpunkt jedoch keine verbindlichen Aussagen darüber möglich, wann und wie in diesen Bereichen eine Neuordnung erfolgen wird.

Der städtebauliche Rahmenplan Nordweststadt wurde Anfang 2010 durch den Gemeinderat als Grundlage für die weiteren städtebaulichen Planungen im Stadtteil beschlossen.

Er steht rechts zum Download bereit.

 

Quelle: Stadt Offenburg