Ratten

Schädlingsbekämpfung

Ratten sind intelligente Schädlinge, mit einem hoch entwickelten Sozial- und Kommunikationsverhalten.

 

Die Tiere „warnen“ nach einer Aufnahme einfacher Giftköder ihre Artgenossen vor der Giftquelle, woraufhin die gewarnten Tiere die Köder meiden.

Heutige Toxine werden in speziellen Fallen ausgebracht, die ausschließlich von den Schädlingen erreicht werden. Diese Toxine entfalten ihre Wirkung erst nach Tagen, sodass die Tiere keinen Bezug zur Aufnahmequelle herstellen können.

 

Was unternimmt die Stadt?

 

  • Unter der Service-Nummer 82-2456 können sich BürgerInnen zu dem Themenbereich informieren und Hinweise über die Sichtung von Ratten geben.
  • In Zusammenarbeit mit einer Fachfirma für Schädlingsbekämpfung werden öffentliche Plätze, Wege, Wasserläufe und Kanalnetze gezielt mit speziellen Toxinen behandelt.

 

Warum muss ich auf meinem Grundstück handeln?

 

Da es sich bei Ratten um potentielle Seuchenüberträger handelt, ist bei Rattenbefall im Hygienebereich des Menschen schnell zu handeln. Im Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz – IfSG) wird auf die Verpflichtung der Eigentümer von Grundstücken zur Bekämpfung von Gesundheitsschädlingen eingegangen.

Darüber hinaus sollte es im Interesse eines jeden Einzelnen liegen, den Schädlingen keine Anziehungspunkte zu liefern und gegebenenfalls eine Bekämpfung auf dem eigenen Grundstück durchzuführen.

 

 

Was kann ich zur Vorsorge tun?

 

  • Lagern Sie gelbe Säcke an einem für Ratten unzugänglichen Ort.
    Wenn Sie gelbe Säcke bis zur Abholung nur im Außenbereich lagern können, versuchen Sie eine Aufbewahrung in einem festen Behältnis (z.B. stabile Holzkiste) zu schaffen.
  • Komposter sind ideale Nist- und Brutstätten. Geben Sie niemals Speisereste in Ihren Komposter. Sichern Sie die Lüftungsschlitze mit einem Drahtgeflecht und verwenden sie möglichst stabile, verschließbare Kompostierbehälter. Die Behälter sollten leicht zu reinigen sein. Die Umgebung des Behälters sollte sauer gehalten und die Deckel nach der Nutzung wieder geschlossen  werden.
  • Entsorgen Sie Speisereste nie über die Toilette. Die Ablagerungen an den hausinternen Abwasserrohren ziehen Ratten an und erleichtern den Tieren das Eindringen
  • Wenn Sie auf Ihrem Privatgrundstück Ratten feststellen, lassen Sie sich durch eine Fachfirma für Schädlingsbekämpfung über den Einsatz von Toxinen beraten.
    Adressen finden Sie im Branchenverzeichnis.
  • Sprechen Sie mit Ihren Nachbarn.
    Tauschen Sie Ihre Informationen und Erfahrungen aus, wie den Schädlingen Einhalt geboten werden kann.
 
Die Ratten bleiben... was nun??
 
Melden Sie den Rattenbefall der zuständigen Mitarbeiterin bei der Stadt oder dem Abwasserzweckverband (Tel: 0781/921727) .
 

 Hinweise beim Ausbringen von Rattenködern

 

Grundsätzlich ist eine Bekämpfung durch eine Schädlingsbekämpfungs-Firma dem eigenen Auslegen von Giftködern vorzuziehen, da unsachgemäße Bekämpfung zu Resistenzbildungen bei den Ratten führen kann und die Tiere und deren Nachkommen dann auf das  Gift nicht mehr reagieren.

 

  • Rattenköder nur in Köderstationen auslegen. Nur so kann verhindert werden, dass Wildtiere, Haustiere oder Kinder den Köder versehentlich aufnehmen. Offenes Auslegen ist in Deutschland verboten.
  • Im Freiland Köderstationen fixieren
  • Aufstellen der Köderstationen an den Laufwegen der Ratten (die sind meist entlang von Wänden) und in Bereichen in denen die Tiere ungestört fressen können.
  • Beim Auslegen der Köder Handschuhe tragen.
  • Nicht zu viele Köder auf einmal auslegen und so hat man eine bessere Kontrolle wie viel aufgenommen wurde
  •  Köder so lange nachlegen bis keine mehr aufgenommen werden. Je nach Befallsstärke kann das 4 – 6 Wochen dauern.

Da Vogelfutter eine hohe Dosis des Rattengift-Gegenmittels Vitamin K1 enthält, dürfen während der Bekämpfungsaktion keine Vögel gefüttert werden. Sonst kann das betroffene Rattenrudel eine Resistenz gegen Rattengift entwickeln.

 

Vor allem Köder mit der gängigen Antikoagulationsmittel (Blutgerinnungshemmer) „Warfarin“ stehen in dem Verdacht Resistenzbildungen hervorzurufen, da dieser Wirkstoff mehrmals von den Tieren aufgenommen werden muss um seine tödliche  Wirkung zu entfalten. Wirkstoffe wie Difenacoum, Bromadiolon, Brodifacoum, Flocoumafen und Chlorphacinon gehören zur sog. zweiten Generation der Blutgerinnungshemmer. Im Gegensatz zu der ersten Generation tritt ein Bekämpfungserfolg bei diesen Substanzen bereits dann ein, wenn die Tiere den Wirkstoff nur ein einziges Mal aufnehmen.

Zu beachten ist, dass die Köder bei Annahme immer wieder nachgelegt werden müssen, bis auch über längere Zeit keine Annahme erfolgt.

 

Bei Umgang mit Giften ist besondere Vorsicht geboten!

 

Hierbei ist auch der Aufnahmeweg "Haut" zu beachten. Vorhandene Kadaver sollten umgehend in der Restmülltonne entsorgt und dabei möglichst nicht mit bloßen Händen berührt werden. Für Haustiere wie Hunde und Katzen stellen die meisten Blutgerinnungshemmer eine Gefahr dar, da sie die Wirkstoffe durch den Verzehr der verendeten Nagetiere aufnehmen könnten.

Bei den meisten Rattengiften ist eine teratogene (fruchtschädigende ) Wirkung bei längerer Aufnahme durch schwangere Frauen anzunehmen.

Giftfreie Bekämpfungsmethode (Durch einen Schädlingsbekämpfer)

Wird der Befallsherd von einem Schädlingsbekämpfer eindeutig anhand von ermittelten Bauten im Außengelände ermittelt
und ist ein sehr kurzfristiger Behandlungserfolg notwendig, können die Bauten mit inerten, ungiftigen Gasen, wie beispielsweise Kohlendioxid, behandelt werden. Eine solche Behandlung sollte am Tage erfolgen, da zu diesem Zeitpunkt zwar nicht alle, dann aber die meisten Tiere des Rudels im Bau sind.
Kohlendioxid ist schwerer als Luft und wird in die Bauten eingeleitet.

Auf diese Weise wird den Tieren der Luftsauerstoff entzogen und dadurch artgerecht und ohne Qualen getötet. Somit kann während einer solchen Maßnahme kurzfristig mindestens 95 % eines Rudel abgetötet werden.

 

Dennoch - Um ein Rudel auszumerzen braucht es Zeit und Geduld.


 

 

 
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