Salzhaus

 Quelle:  Stadt Offenburg

Das Salzhaus, ein Gebäude im klassizistischen Stil, mit großen Pilastern an den Hausecken, die in ionischen Kapitellen enden. Im Untergeschoss entlang der Hauptstraße befinden sich elf rundbogige, arkadenartige Öffnungen als Fenster oder Eingänge. Die Arkaden entstanden bei einem Umbau vor 1900.

 

Beim Neubau 1786 dienten die Trümmer der "Pfalz" (Stadtwirts- haus) und der "Laube" (Kaufhaus), die bis 1689 in der Mitte der Haupstraße gestanden hatten, zum Teil als Baumaterial. Das Haus enthält heute Geschäfts- und Verwaltungsräume.

 

Einst wogen und verkauften hier die Salzmesser das hauptsächlich aus Lothringen, später auch aus Dürrheim eingeführte Salz. Die Bevölkerung musste damals ihren Salzbedarf aus den Händen der Stadtobrigkeit decken, die ein Monopol auf den Verkauf dieses zum Verbrauch und zur Konservierung von Nahrungsmitteln lebenswichtige Stoffes besaß. Wer sich aus anderen Quellen versorgte, musste mit deftigen Strafen rechnen.

 

Der Beruf des Salzmessers ist, wie viele andere, ausgestorben. Wer weiß heute noch, was ein Bretschneider war, welche Tätigkeiten die Gewand- oder die Tafelschneider ausübten, die Lohsbäcker, Fastbäcker, Hutstaffierer, Leinwandreißer, Papierer, Schröter, Weinrufer, Straußwirte, Schwarz-, Weiß- und Rotbinder, Holznagler, Stellmacher, Messingbrenner oder Kandeldreher, um nur einige zu nennen?