Spitalspeicher

Der Spitalspeicher ist ein repräsentatives Giebeleckhaus mit einem bemerkenswerten hängenden Dachstuhl in Zimmermannskonstruktion, der die Decke über dem ersten Obergeschoss frei auf eine Fläche von ca. 14 auf 17 Metern überspannt.

 

Der alte Speicher entstand 1731 als Lagergebäude für das St.-Andreas-Hospital. Bis in das ausgehende 19. Jahrhundert hatte in ihm die Spitalverwaltung ihren Sitz. Danach diente es lange Jahre als Spritzenhaus, später als Turnschule und Geschäftshaus. Vor allem die Zeit als altes Feuerwehrhaus ist bei der Bevölkerung im Gedächtnis geblieben, so dass diese Bezeichnung heute noch verwendet wird, während die ursprüngliche Nutzung durch das Spital etwas in Vergessenheit geraten ist. Bei Umbauten in den Jahren 1939 und 1958 verschwand der Charakter als Speicher zum Teil durch das Einfügen großer Schaufensterfassaden auf Kosten der alten Hof- und Kellereingänge.

 

Das Gebäude wurde 1979 saniert. Nun bietet es einen Weinkeller, ein Café im Erdgeschoss, ein Mehrzwecksaal im ersten Ober- sowie eine Galerie im Dachgeschoss. Dabei galt es vor allem, den städtebaulichen Zusammenhang mit dem benachbarten St.-Andreas-Hospital zu bewahren.

 

Die Stadt errichtete 1956 zwischen der Fischer- und Kronenstraße ein neues Feuerwehrgebäude. Seine Einweihung fand am 30. September 1956 statt.

 

Aus gutem Grund hatte die Feuerbekämpfung in Offenburg schon immer einen hohen Stellenwert, denn vor Einführung der Wasserleitungen im Jahre 1888 war die Lage bei einem Brand in unserer Stadt gefährlich. Von weither kam das Löschwasser aus dem Feuerweiher am Waldbach, überquerte den Befestigungsgraben, später auch den Graben der Eisenbahn und floß durch die Stadtmauer auf den Lindenplatz (früher Wetteplatz) zu, wo sich die Leitung in drei oberirdische Arme teilte. Mußte nun dringend Wasser aus dem Feuerweiher in die Wasserinnen eingelassen werden, schwemmte soviel Unrat und Schlamm mit an, dass die Spritzen schnell verstopften und erst nach Aufklaren des Wassers in Betrieb gesetzt werden konnten.

 

War die Entfernung zur Brandstelle groß, reichte man das Wasser in Löscheimern von Hand zu Hand. Es kam aus einem der innerstädtischen Brunnen, die aber keine Reservoirs besaßen, sondern durch unterirdische Holzröhren mit dem Kalbsbrunnen verbunden waren. Wer noch bedenkt, dass die Stadt früher mit zum Teil strohgedeckten Holzhäusern bebaut war, kann sich das Ausmaß der Bedrohung durch die Feuer und damit die Notwendigkeit einer Einrichtung zur wirksamen Brandbekämpfung vorstellen.

 

Zur Vorbeugung empfahl der Rat, "alle Strohdächer sowohl auf den Häusern als Scheuern in möglichster Bälde hinwegzutun und statt dessen dieselben mit Ziegeln (indem solche jetzt ganz wohl zu haben sind) bei unvermeidlicher obrigkeitlicher Strafe zu versehen".

 

Auch für den Unglücksfall gab es zahlreiche Bestimmungen. Bereits die erste umfangreiche Feuerordnung regelte in 39 Punkten auf das genaueste den Umgang mit dem Feuer und das Verhalten beim Ausbruch eines Brandes. Die Vorschriften reichten von der Pflicht eines jeden, durch lautes Geschrei auf die entstandene Gefahr hinzuweisen über die Veranlassung zum Läuten der Glocken, Wecken des Schultheißen bis zum Verhalten einzelner Gruppen und Zünfte beim Transport des Löschwassers:

 

"Um genügend Wasser herbeizuschaffen, sollen die Wächter sogleich den Kähnerbach in die Gassen, wo das Feuer ist, einleiten, die Küferknechte und Lehrjungen in ihren Bütten von dem nächstliegenden Brunnen Wasser herbeitragen, daneben auch alle Fuhrleute ihre Züge und Wagen bespannen, jeder bei der ihm angewiesenen Trotte Leitfässer aufladen, damit zur Kinzig fahren und nach Bedarf Wasser zuführen. Zum Einfüllen dieses Wassers solle vor jeder Trotte ein Faßtrichter und 12 große Schöpfer angeschafft und hier die Fischerzunft, welche ohnehin mit Wasserschöpfern versehen, unter Aufsehung eines Herrn des Rats und ihres Zunftmeisters kommandiert werden..."