Stadtrundfahrt durch Geschichte und Gegenwart I

 Quelle:  Stadt Offenburg

Unsere 15,5 Kilometer lange Radtour führt Sie zunächst um den noch in großen Teilen erhaltenen Stadtmauerring der ehemals Freien Reichsstadt Offenburg. Vom Kirchplatz Hl. Kreuz, einer einst bedeutenden Pfarrei, geht der Weg weiter in die Oststadt, das Offenburg der Gründerzeit. Von hier radeln Sie nach Südosten.

Vorbei an der Bühlwegkapelle gelangen Sie beim Weingut Schloss Ortenberg (Möglichkeit zur Weinprobe) in die Weinberge. Insgesamt 90 Höhenmeter sind zu überwinden, bis Sie einen herrlichen Blick auf die Stadt und in die Rheinebene genießen können. Der Weinlehrpfad, dessen Tafeln Sie über den Weinbau unserer Region informieren, führt zum Schloss Ortenberg, ehedem Sitz der Landvögte der Ortenau (Aussichtsturm). Durch die Obstplantagen am Ausgang des Kinzigtales kehren Sie, vorbei am Burda-Hochhaus, dem Stammsitz eines der größten deutschen Medienkonzerne, in die Gegenwart der Stadt zurück.

Start ist vor dem Rathaus.

Vom Rathaus auf der Hauptstraße den Stadtbuckel hinunter fahren. Noch vor der Mühlbachbrücke nach rechts in den Zwingerpark abbiegen und dem Radweg folgen.

Standort: Rathaus

Das Rathaus wurde 1741 vom einheimischen Baumeister Mathias Fuchs im Barockstil erbaut. Die Darstellung der Justitia auf dem Rundgiebel erinnert an die wichtigste Funktion des Schultheiß': die Rechtsprechung. Dem Rathaus gegenüber befindet sich das Salzhaus. Einst wogen hier die Salzmesser das hauptsächlich aus Lothringen, später auch aus Dürrheim eingeführte Salz. Das lebensnotwendige, früher rare Gut stellte seinerzeit eine bedeutende Einnahmequelle der städtischen Finanzen dar. Hinter dem Salzhaus schließt sich der Gebäudekomplex des ehemaligen St.-Andreas-Hospitals an, dessen Stiftung zugunsten der Armen und Kranken der Stadt bereits in die Zeit der Stadtgründung zurückgeht. Es war über Jahrhunderte von großer sozialer Bedeutung für die Stadt. Links neben dem Rathaus steht mit der "Sonne" eines der ältesten Gasthäuser Deutschlands, das schon 1350 in den Ratsakten verzeichnet ist. Der heutige Sitz der Polizeidirektion links daneben war mehr als 100 Jahre lang die Residenz der Ortenauer Landvögte, später Landratsamt. Nach der Zerstörung des Ortenberger Schlosses Ende des 17. Jahrhunderts siedelte der Landvogt mit seiner Verwaltung in die Reichsstadt über.

0,5 km

Im Zwingerpark vor dem Parkhaus nach rechts entlang der Stadtmauer radeln * Auf dem Radweg (RW) "Offenburg-Ost" über den Zwingerplatz und dann nach rechts durch die Gasse (Tordurchfahrt) fahren * Hauptstraße überqueren, geradeaus durch die Gustav-Rée-Anlage radeln und vor dem Eisenbahngraben erneut nach rechts dem Stadtmauerring mit dem RW "Ortenberg/ Fessenbach" folgen * Die Schulbrücke am Lindenplatz unterqueren und weiter auf dem Radweg fahren, der dann vor der Zähringer Brücke nach rechts in die Grabenallee schwenkt * Lange Straße überqueren und dem Radweg entlang des Rosengartens bis zur Hauptstraße folgen * Am Stadtbuckel kurz nach rechts und dann links in die Kittelgasse bis zur Kornstraße fahren, links einbiegen und dann wieder nach rechts (Kittelgasse) bis zum Hl.-Kreuz-Kirchplatz radeln.

Standort: Zwingerpark

Hier gewinnt der Betrachter einen Eindruck von der Wehrhaftigkeit der alten Reichsstadt, mit der sie sich nach Westen hin zu schützen suchte. Vor 1120 gegründet, wurde Offenburg 1240 vom Stauferkaiser Friedrich II. zur Reichsstadt erhoben. Während der Reformationszeit war die Stadt Zufluchtsort vieler katholischer Geistlicher aus dem nahen Straßburg. Im Dreißigjährigen Krieg von den Schweden besetzt, wurde die Stadt auch im weiteren Verlauf jenes kriegerischen Jahrhunderts immer wieder zum Ziel der französischen Truppen. Trauriger Höhepunkt: die Zerstörung der Stadt 1689, vor der sie auch ihr dreifacher Mauerring nicht bewahrte. Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die prächtige Grünanlage des Zwingerparkes angelegt. Noch heute sind 80 Prozent der Kernstadt von Mauerring und Grünanlagen umgeben. Als Ruhmesblatt der Stadtgeschichte gilt die Rolle Offenburgs in der Badischen Revolution 1848/49. Hier wurzelte eine demokratische Volksbewegung, die in der "Versammlung der entschiedenen Freunde der Verfassung" am 12. September 1847 sichtbaren Ausdruck fand. Ihre Forderungen bildeten eine Grundlage der badischen und deutschen Revolution.

2,5 km