Touristinfo

Strandbad Großer Deich

 Quelle:  Stadt Offenburg

Vor der Errichtung abgegrenzter und bewachter Strandbäder sprang man nach Lust und Laune in Kinzig und Mühlbach. Im Notfall war dann Hilfe selten in der Nähe. 1821 stiftete die trauernde Witwe Arnold ihrem Mann einen Bildstock bei Zunsweier mit dem Text:
Jung sank er unter im Kinzigbade, aber sein Geist stieg zu Gott, denn er war gut".

1925 eröffnete die Stadt Offenburg ein "Luft- und Sonnenbad am Großen Deich", nachdem zuvor Bauern wiederholt über zertrampelte Wiesen geklagt hatten, "das Gras sei zum Verfüttern unbrauchbar, da durch die Badenden Stegnadeln und sonstige Verunreinigungen sich vorfinden".

Die Geistlichkeit sah zwar das Anstandsgefühl verletzt, "da sich die Badenden ohne Trennung der Geschlechter auf freier Wiese ausziehen", die Bevölkerung machte aber sofort regen Gebrauch von diesem ersten gemischten Bad. Rettungsdienste und Fahrradschuppen, Aborte und Kabinen wurden errichtet. Ein gewitzter Bürger beantragte, seinen Hund als Rettungshund anzuerkennen, was ihn von der Hundesteuer befreit hätte. Eine Prüfung durch den Gemeinderat erwies aber die Untauglichkeit des Tieres, das jeden Badenden, also auch beste Schwimmer, aus dem Wasser holen wollte.

1955 ergaben Wasserproben, dass auch Colibakterien hier badeten, denn die Kinziggemeinden hatten noch keine Kläranlagen. 1957 erfolgte deshalb das amtliche Badeverbot, das anfangs aber oft missachtet wurde, so sehr war der Große Deich beliebt. Sogar die Verbotsschilder wurden fortwährend gestohlen.