Straße der Demokratie

Am 7. September 2007 wurde in Hambach der Startschuss für die "Straße der Demokratie" gegeben.

In Offenburg sind auch heute noch, 160 Jahre nach den Ereignissen der Badischen Revolution, Zeugnisse aus jener Zeit sichtbar:

Historisches Rathaus
Historisches Rathaus

Das "Historische Rathaus" (1741), Dreh- und Angelpunkt der revolutionären Ereignisse; im Rathaussaal trafen der demokratisch gesinnte Bürgermeister Gustav Rée und der Gemeinderat wichtige politische Entscheidungen. Auf dem Rathausplatz fanden die Volksversammlungen statt.

Der Offenburger Bahnhof
Der Offenburger Bahnhof

Der Offenburger Bahnhof, von Friedrich Eisenlohr entworfen und 1844 eröffnet. Ohne die Eisenbahn wären damals die drei Offenburger Volksversammlungen nicht denkbar gewesen.

Das ehemalige Gasthaus "Fortuna"
Das ehemalige Gasthaus "Fortuna"

Der Fortuna-Wirt Georg Heinrich Pfähler gehörte als Stadtrat zur politischen Gegenseite, den Konservativen. Er war evangelisch und einer der ersten evangelischen Kirchenältesten in Offenburg.

Für einige der Offenburger Vereine war die „Fortuna“ ein beliebtes Vereinslokal. Hier traf man sich, um über Politik zu reden. Die Offenburger Stammtische waren   berüchtigt. Da das Haus auch Fremdenzimmer hatte, trafen hier oft neue Nachrichten   und Gerüchte durch die Gäste ein, die hier übernachteten.

In der „Fortuna“ befand sich vom 25. Juni bis 1. Juli 1849 das Hauptquartier des Oberbefehlshabers der revolutionären Truppen, General Louis Mieroslawski. Als preußische Truppen vor Offenburg lagen, flüchtete der Revolutionsgeneral mit 1200 Gulden im Gepäck nach Frankreich.

Salmen
Salmen

Der "Salmen" - Denkmal von nationaler Bedeutung, Kultur- und Erinnerungsstätte. Hier trafen sich am 12. September 1847 die "entschiedenen Freunde der Verfassung" und formulierten die "13 Forderungen des Volkes in Baden". Der "Salmen"  steht aber auch für den Niedergang der Menschenrechte in der Zeit des Nationalsozialismus.

Salzhaus
Salzhaus

Hier wohnte Karl Heinrich Schaible; er lebte von 1824 bis 1899. Schaible war Mitbegründer des Heidelberger Turnvereins, Gründungsmitglied des Turnvereins von 1846 Offenburg e.V. und Preisträger auf dem Deutschen Turnfest 1846 in Heilbronn.

1847 wurde er auf dem Weg von Heidelberg nach Offenburg wegen Verbreitung „aufrührerischer Schriften“ in Rastatt verhaftet und verbrachte neun Monate in schwerer Haft. Auch 1848 und 1849 gehörte er zu den führenden Revolutionären. Im Oktober 1849 wurde er des Hochverrats angeklagt; Schaible war aber schon nach Frankreich geflohen. Dort setzte er sein bereits begonnenes Studium der Medizin fort. Da er keine Zulassung zum Examen erhielt, verließ er Frankreich und wandte sich an die Universität in Basel. 1853 wurde er Doktor der Medizin und Chirurgie an der Basler Universität. Danach bekam er ein Angebot des französischen Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten, die Deutsche Presse zu überwachen. Er lehnte ab und erhielt daraufhin den Bescheid, dass er nach England auszuwandern habe. Dort unterrichtete er als Lehrer, später als Professor an der königlichen Militärakademie in Woolwich und Examinator an der Universität London.

1882 kehrte er nach Deutschland zurück - erst nach Heidelberg (1883), dann nach Freiburg (1892) und 1894 nach Offenburg.

Das 1985 eingeweihte Stadion des Turnvereins von 1846 Offenburg e.V. trägt seinen Namen.

Der ehemalige Königshof
Der ehemalige Königshof

Der Königshof, vom Vorarlberger Baumeister Michael Ludwig Rohrer entworfen, war Verwaltungsgebäude der Landvogtei Ortenau (Bauzeit 1714 bis 1717). Das Portal entstand erst 1756 bis 1758 nach einem Entwurf von Franz Ignaz Krohmer. Es beherbergte anschließend die Verwaltung des Großherzogtums Baden.

Der Oberamtmann und seine Untergebenen brauchten bei den Versammlungen 1848 und 1849 nur noch die Fenster zu öffnen, um mitten im Geschehen zu sein.

Hier amtierte auch Oberamtmann von Teuffel, der nach der Beendigung der Revolution 1849 den „dienstältesten“ Stadtrat August Wiedemer zum Bürgermeister ernannte. Wiedemer galt als einer der größten Denunzianten nach der Revolution. Viele der niederen Ränge des Oberamtes wurden jetzt versetzt oder sogar angeklagt, da sie direkt oder indirekt an der Revolution beteiligt waren.

Der Königshof war am 15. April 1849 Sitz des Landesausschusses, dessen Zivilkommissar Franz Volk hieß. Am 27. Mai 1843 wurde Karl Heinrich Schaible sein Nachfolger.

Gefängnis
Gefängnis
Das alte Gefängnis an der Grabenallee, in dem nach der Niederschlagung der Revolution zahlreiche Demokraten inhaftiert wurden.