Synagoge

 Quelle:  Stadt Offenburg

Im Jahre 1875 kaufte die israelitische Gemeinde den historischen Salmensaal. Der Ortenauer Bote berichtet dazu, dass die Stadt "eine große Räumlichkeit, die so vielfach zu öffentlichen Angelegenheiten benutzt wurde, eingebüßt" habe.

 

Der zum Betsaal umgewandelte Salmensaal wurde unter das Motto gestellt: "Denn mein Haus, das Haus des Gebetes wird es gerufen werden bei allen Völkern" (Jesaja 56, Vers 7). Ein Foto dieser ersten Einrichtung ist erhalten. Dieser Betsaal erhielt Umformungen und zuletzt im Jahre 1928 eine völlig neue Übermalung durch den Kunstmaler A. Kolb. Die so ausgestaltete Synagoge wurde 1938 von den Nationalsozialisten geschändet und demoliert.

 

Das Anwesen des ehemaligen Salmen eignete sich in ausgezeichneter Weise als Zentrum der jüdischen Gemeinde. Frühere Mitglieder berichten nicht nur von Gottesdiensten und Sangesfesten etc., sondern auch z. B. vom Laubhüttenfest und seiner Gestaltung: Alljährlich wurde im Innenhof des ehemaligen Salmen die Laubhütte errichtet.

 

Dass das jüdische Gemeindezentrum auch Andersgläubigen offen stand, wird sinnfällig daraus, dass das israelitische Familienblatt, nach der Renovierung im Jahre 1922, hervorhob, "die Neueinweihung ... fand unter großer Anteilnahme auch Andersgläubiger statt".

 

Nach 1933 wurde das Synagogenanwesen auch zu einem geistigen Zentrum für viele, die der Glaubensgemeinde nicht so eng verbunden waren.

 

Die sogenannte Kristallnacht, die zur Schändung des Gotteshauses führte, besiegelte das Ende des Salmen als jüdisches geistiges Zentrum. Die Inszenierung auf der Empore erinnert an diese, durch die Nationalsozialisten ausgelöschte Gemeinde. Dies lehnt sich an ein Gebot des Propheten Jesaja an: "Ich will ihnen in meinem Hause und in meinen Mauern einen Ort und einen Namen geben" (Jesaja 56, Vers 5).