Tauben

Tauben - Ein Problem mit dem man leben muß?


Die Taube ist das Symbol der Christenheit für Frieden. So sind Tauben innerhalb unserer Bevölkerung mit vielen positiven Assoziationen belegt. Häufig kann man vor allem ältere Leute beim Füttern beobachten, ohne daß sie sich darüber bewußt sind, welche Probleme von diesen Vögeln ausgehen.

Die bei uns auftretende Stadttaube (Columbia livia) ist ein Abkömmling der Felsentaube. Die Felsentaube nistet im Gegensatz zur Ringeltaube, die in Waldnähe lebt und ihre Nester in Bäumen anlegt, in Felsenlandschaften. Somit bieten unsere Städte als Lebensraum für die Stadttaube ideale Voraussetzungen. Tauben nutzen Gebäude in unterschiedlicher Weise, entweder als Ansitz, um nach Nahrung Ausschau zu halten oder als Nist- und Schlafplatz, wobei sie hier eine große Standorttreue entwickeln.

Entsprechend ihrem Revierverhalten treten Tauben in zum Teil großen Schwärmen und engen territorialen Grenzen auf. Die Größe eines Schwarmes wird in der Natur durch verschiedene Faktoren bestimmt. Hierzu gehören u.a. das Nahrungsangebot und die klimatischen Verhältnisse.
In unseren Städten ist der Tisch für Tauben reich gedeckt. Somit fällt ein mangelndes Nahrungsangebot als begrenzender Faktor für die Größe eines Schwarmes aus. Vielfach finden sie auch im Winter ein warmes Plätzchen, wie beispielsweise in U-Bahnhöfen, Abluftanlagen von Gebäuden oder Kaufhäusern oder sie finden über defekte oder offen gelassene Fenster Zugang zu Dachböden von Wohnhäusern. An solchen Orten sind Tauben auch im Winter in der Lage zu brüten.

Bis vor einigen Jahren nahmen sich die Kommunen dieses Problems an. Anfänglich wurden Vergiftungs- oder  Abschußaktionen durchgeführt. Diese Maßnahmen lösten zwar das Problem für ein einzelnes Gebäude nicht, jedoch wurde das Gesamtproblem, wenn auch nur für begrenzte Zeit, vermindert. Aber weil eben Tauben in der Öffentlichkeit so positiv betrachtet werden und tierschutzrechtliche Bestimmungen das Töten von Tieren enge Grenzen gesetzt sind, nahmen die Kommunen von diesen Aktionen Abstand.

Man versuchte andere Lösungswege zu beschreiten, aber alle - sei es die Einrichtung von Bruthäusern für Tauben, in denen befruchtete Eier gegen Gipsattrappen ausgetauscht wurden oder die Versuche eine "Taubenpille" einzuführen, um das Brutgeschäft zu verhindern, verliefen wenig positiv. In vielen Städten ist das Füttern der Tauben zwar verboten, doch gibt es immer wieder Bürger, die sich über dieses Verbot hinwegsetzen und bei Belehrung oder Bußgeldern mit Unverständnis reagieren.
Welche Möglichkeiten bleiben dann aber dem einzelnen Hausbesitzer, dessen Fassade von Tauben bevölkert wird? Muß er mit immer wiederkehrenden Kosten für Reinigung und Renovierung seines Hauses und den mit Tauben verbundenen Problemen leben?


Taubenabwehrmaßnahmen


Zwar können Hygieneunternehmen keine generelle Abhilfe gegen Taubenschwärme schaffen, wohl aber können einzelne Gebäude geschützt und die dort angesiedelten Tiere vergrämt (vertrieben) werden.
Anfangs wurden Spikes (spitze Abwehrelemente) oder Spanndrähte vollflächig auf die zu schützenden Bereiche installiert oder es wurden Netze angebracht, um den Zuflug von Tauben zu verhindern. Von diesen mechanischen Abwehrmitteln stellen Netze die einzig wirkungsvolle Lösung dar. Bei den anderen mechanischen Abwehrmaßnahmen mußte man in den letzten Jahren zunehmend feststellen, daß die Tauben - je mehr Gebäude auf diese Weise geschützt wurden - in der Lage waren, diese Systeme zu überlisten. Sie lernten, auf den Spanndrähten zu sitzen oder warfen Nistmaterial auf die Spikes, bis sie auch hier wieder landen konnten. Ein weiterer Nachteil dieser mechanischen Abwehreinrichtungen besteht darin, daß diese eine Mindesthöhe von 10 cm besitzen, da sie höher als die Beine der Tauben sein müssen.
Somit sind diese Abwehrvorrichtungen optisch mehr oder weniger auffällig.
 
Eine neuere Entwicklung ist ein Impuls-System. Im Gegensatz zu den mechanischen Lösungen beruht das Wirkungsprinzip darauf, daß die Tauben durch Schmerzerfahrung dazu gebracht werden, die so geschützten Bereiche zu meiden. Die Wirkungsweise des System ist dem Weidezaunprinzip nachempfunden.

Der Impulsgeber und somit das gesamte System kann über eine Zeitschaltuhr gesteuert werden, denn ein 24-Stunden Betrieb ist nicht notwendig. Lediglich zu Zeiten des Taubenfluges, also zwischen Sonnenaufgang bis zum Einsetzen der Dunkelheit, ist der Betrieb erforderlich.
 
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