Touristinfo

Villa Billet

 Quelle:  Stadt Offenburg
1794 klagte Joseph Anton Billet, "der hiesige bürgerliche Handelsmann, gegen Georg Burg, den Ölmüller, daß dieser dem Verbot ungeachtet sich Salz verschafft und verkauft habe, und bittet, da ihm dieser Verkauf allein zustehe, den Beklagten gebührend zu bestrafen".
Die Stadt erfüllte seine Bitte, denn Billet hatte das Salzmonopol gepachtet: Die Bürger durften ihr Salz nicht auswärts kaufen, nur die Obrigkeit hatte das Recht auf Salzeinfuhr und überließ diesen Import einem Unternehmer, der das Salz im Salzhaus an der Hauptstraße weiterverkaufte. Billet wurde ein reicher Mann. Zusammen mit Handelsmann Guerra stand er lange an der Spitze der Offenburger Steuerliste. Auch in städtische Ämter wurde er gewählt.

Um 1800 ließ er sich einen zweigeschossigen, klassizistischen Pavillonbau errichten, den eine große Gartenanlage umgab: ein streng geometrisch geordneter, "französischer" Garten, und ein unregelmäßig angelegter, "englischer" Garten mit herrlichem Baumbestand. Schlösschen und Park machen deutlich, wer sich damals als rechtmäßige Nachfolger des untergehenden Adels fühlte: die Unternehmer.