Vorbereitende Untersuchung und Leitbild

Die Kinzigvorstadt, südwestlich der Offenburger Altstadt, ist bereits seit vielen Jahren Gegenstand von Überlegungen zu einer städtebaulichen Erneuerung. Planungen aus den 1970er Jahren, die einen flächenhaften Abbruch mit anschließender Neubebauung entsprechend dem damaligen städtebaulichen Zeitgeist vorsahen, sind – aus heutiger Sicht glücklicherweise – so nicht verwirklicht worden.

 

Teile der Kinzigvorstadt südlich der Hauptstraße konnten bereits in den 1980er und 1990er Jahren städtebaulich erneuert werden und präsentieren sich heute als attraktives Wohngebiet am Rand des Bürgerparks. In der Kinzigvorstadt nördlich der Hauptstraße mit dem nördlich angrenzenden Spinnereigelände sind noch keine Erneuerungsmaßnahmen erfolgt, wie auch im Gebiet südlich der Hauptstraße um die Fischerstraße herum.

 

Dort sind Gebäude instand zu setzen, Baulücken zu füllen und der öffentliche Straßenraum zum Teil zu erneuern und neu zu gestalten. Das nördlich angrenzende Spinnereiareal stellt nach Aufgabe der Spinnereinutzung ein umfassendes Potenzial für eine städtebauliche Neugestaltung dar. Dabei ist die historische, unter Denkmalschutz stehende Bausubstanz zu berücksichtigen. Generell sind die im Gebiet wohnenden Menschen in die Neugestaltung einzubeziehen, ihre Interessen sind zu berücksichtigen.

 

Vor dem Hintergrund der bereits absehbaren Schließung der Spinnerei hat die Stadt Offenburg im Jahr 2006 das Stuttgarter Stadtplanungsbüro ORPlan mit einer sogenannten „vorbereitenden Untersuchung" für ein rund 18 ha großes Gebiet beauftragt. Die vorbereitende Untersuchung dient dazu, städtebauliche Missstände im Gebiet zu erheben. Der Nachweis dieser Missstände ist Voraussetzung für eine Ausweisung als Sanierungsgebiet und für die Aufnahme in ein Städtebauförderprogramm.

 

Mit der beabsichtigten städtebaulichen Erneuerung sollen vor allem folgende Ziele verfolgt werden:

  • Sozialverträgliche Entwicklung und Stärkung des innenstadtnahen Wohnens
  • Soziale Stabilisierung des Stadtquartiers
  • Vermeidung und Reaktivierung von Industriebrachen
  • Erhalt von denkmalgeschützten Gebäuden
  • Erhalt und Entwicklung einer quartiersverträglichen Nutzungsstruktur im Gewerbebereich
  • Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur, Aufwertung des öffentlichen Raums

Das Planungsbüro ORPlan hat unter Berücksichtigung dieser Ziele ein „Leitbild der räumlichen Ordnung" entworfen, dass als Grundlage für die weitere Entwicklung des Gebiets dienen soll.

 

Vorbereitende Untersuchung und räumliches Leitbild wurden im Juli 2007 dem Gemeinderat vorgelegt. Beide Unterlagen stehen rechts zum Download bereit.

Auf der Grundlage dieser Untersuchungen konnte das Gebiet im Jahr 2007 in das Förderprogramm „Stadtumbau West" aufgenommen werden und durch Beschluss des Gemeinderats als Sanierungsgebiet „Mühlbach" ausgewiesen werden.

 

 

Städtebaulicher Ideenwettbewerb 2009