Zwischen Geselligkeit und Politik

 Quelle:  Stadt Offenburg

Die erste Blütezeit des Salmen fällt in die Zeit des Vormärz. Der im Stil des Biedermeier dekorierte Salmensaal diente zwischen 1830 und 1848 als Offenburger Forum für Kultur und Politik.

 

Als kulturelle Höhepunkte galten Maskenbälle, Kunstakrobatik- vorstellungen und Ortenauer Musikfeste; politische Höhepunkte der Besuch des badischen Landesfürsten im Jahr 1830 und 1847 die Versammlung der "Entschiedenen Freunde der Verfassung". Politische Comitees nutzten den Salmensaal als Denk- und Diskussionsort, die Bürgerschaft wählte hier in freier Wahl ihr Stadtoberhaupt.


Kultur und Politik betrachtete man zwischen 1830 und 1848/49 als zwei Seiten einer Medaille: das liberale Bürgertum strebte nach Öffentlichkeit, Repräsentanz und Partizipation. Die zunächst politisch unverdächtigen Feste der aus dem Boden sprießenden Musik-, Gesang- und Turnvereine vermittelten im Vorfeld der Revolution von 1848/49 immer stärker eine klare politische Agenda: die politische Freiheit.


Deshalb war es sicherlich kein Zufall, dass nach der Niederschlagung der badischen Republik Prinz Friedrich I. 1850 mit den Töchtern der besiegten Offenburger Bürger im Salmensaal auftanzte. Eine weitere Blütezeit erlebte der Salmen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als beliebtester Konzertsaal des Männergesangvereins Concordia.